Exkursion Klimawandel und Folgeschäden für den Wald

Rückblick Exkursion 2020

„Klimawandel und Folgeschäden für den Wald“ war unser Thema bei unserer waldbaulichen Exkursion am 26. September 2020. Was tun mit entstandenen Kahlflächen? Wann macht eine Neupflanzung Sinn? Welche Baumarten könnten mit den künftigen Klimabedingungen zurechtkommen? Wie sieht die praktische Arbeit aus? Gibt es Möglichkeiten zur Förderung? Dies waren die Fragen und Themen die behandelt wurden. Zur Einleitung begrüßte unser Vorsitzender Andreas Schmitt alle interessierten Teilnehmer sowie die Privatwaldbetreuer Uwe Bischoff und Daniel Büffel, die mit Ihrem Fachwissen die Exkursion durchführten. Herr Bischoff begrüßte Herrn Thomas Rüttiger, von der Baumschule „Steingässer“, der aus Miltenberg angereist war. Die Fa. Steingässer betreibt auch die Baumschule in Kaiserslautern. In Absprache mit Herrn Bischoff hatte Herr Rüttiger hat eine große Auswahl an sogenannten „Container-Pflanzen“ mitgebracht. Das sind Baumpflanzen die in kleinen Töpfen aufgezogen und anschließend mit der vorhandenen Erde gepflanzt werden. Der große Vorteil dabei ist ein wesentlich höherer Anwuchs Erfolg und ein verlängerter Pflanzzeitraum, der gerade bei den derzeitigen Wetterverhältnissen sehr von Vorteil ist. Neben den allgemeinen Baumarten wie Weißtanne, Douglasie, Ahorn, Eichen, um nur mal einige davon zu nennen, wurden auch seltene Baumarten wie z.B. Baumhasel, Esskastanie, Eibe, Zeder und andere südländische Baumarten, erläutert. Mit diesen Erkenntnissen fuhren wir zu einer Fläche, bei der die Fichten Aufgrund von Käferbefall gerodet werden mussten. Anhand der Analyse des Standortes und der Bodenbeschaffenheit konnten Herr Bischoff und Herr Büffel dem Grundstücksbesitzer Vorschläge für die Auswahl verschiedener Baumarten unterbreiten. Es sollten mindestens 2 Baumarten, besser sind 3 bis 4 Arten, auf die Fläche gepflanzt werden. Die Baumpflanzen werden mit 2,50 € bis 5,- € je nach Art gefördert. Bezüglich der Förderung können unserer Vertrauenspersonen der einzelnen Ortsgemeinden oder die Privatwaldbetreuer angesprochen werden. Die Kontakte sind unter www.fbg-sickinger-hoehe.de zu finden. Bei der Pflanzung selbst gibt es auch einige wichtigen Dinge zu beachten. So sollte das Wurzelwerk komplett und gerade in das Pflanzloch eingebracht werden, erklärte Daniel Büffel. Je nach Belieben können für die Lochpflanzung ein Holspaten, Wiedekopf, Rhodener-Pflanzhaue oder Göttinger Fahrradlenker verwendet werden, sagte Büffel und führte die verschiedenen Werkzeuge vor. Nachdem die jungen Baumpflanzen gepflanzt sind müssen diese in unserer Region vor Wildverbiss, Schälen und Fegen geschützt werden. Baumschutz-Gitterhülle, Wuchshülle faltbar oder als Röhre, Metallgitter oder Schutzmanschette bieten Möglichkeiten, allerdings kann die Fläche auch vollständig umzäunt werden, erklärten die Privatwaldbetreuer. Die Vorstandschaft der Forstbetriebsgemeinschaft Sickinger Höhe e.V. bedankt sich bei den ca. 30 Teilnehmern, bei Herrn Thomas Rüttiger der Fa. Steingässer, sowie bei den Privatwaldbetreuern Uwe Bischoff und Daniel Büffel für die aufschlussreiche Fach-Exkursion. Die abschließende Erkenntnis dieser Exkursion ist, in Zeiten des Klimawandels die jetzigen Waldflächenzu erhalten bzw. wieder aufzuforsten.

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